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Konjunkturumfrage
Konjunkturumfrage für den Zeitraum September bis Dezember 2011

IHK erwartet auch für dieses Jahr 11.000 neue Jobs in Thüringen

Trotz zunehmender Skepsis über die künftige Wirtschaftsentwicklung ist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt überzeugt, dass auch in diesem Jahr zahlreiche neue Arbeitsplätze in Thüringen entstehen: Bis zu 11.000 neue Jobs sind durchaus realistisch. Dafür sprechen die Planungen der von uns befragten Unternehmen. Schon im vergangenen Jahr ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Freistaat branchenübergreifend um rund 14.000 gestiegen und hat Ende 2011 mit 136.000 Stellen in der Industrie sogar eine neue Rekordmarke erreicht.

 

Allerdings gehen die nicht enden wollende Schuldenkrise im Euroraum, eine schwächelnde Weltwirtschaft und damit verbundene Rezessionsängste sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise auch an den Thüringer Unternehmen nicht spurlos vorüber. Es mehren sich die pessimistischen Stimmen. Trotz derzeit gut gehender Geschäfte beurteilen die Firmenchefs die Aussichten für die kommenden Monate deutlich zurückhaltender. So fällt im Ergebnis der jüngsten Umfrage der IHK Erfurt unter rund 900 Unternehmen der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, um neun Prozentpunkte zur vorhergehenden Analyse und erreicht 107 von 200 möglichen Punkten.

 

Dementsprechend lässt die Investitionsdynamik im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas nach und läuft in ruhigeren Bahnen: die Budgets werden weitgehend konstant gehalten. Zuversichtlich stimmt, dass jeder fünfte Unternehmer seine Ausgaben sogar noch steigern will und einen expansiven Kurs fährt.

 

Aktuell spricht also nur wenig für eine lang anhaltende Durststrecke. Immerhin schätzen 87 Prozent der Unternehmer ihre derzeitige Situation mit gut bis befriedigend ein und arbeiten mit Gewinn oder wenigstens kostendeckend. Bisher konnten sich die Firmen recht erfolgreich gegen die zunehmenden Risiken stemmen. Umstrukturierungen in den Betriebsabläufen und eine erhöhte Flexibilität haben die Krisenanfälligkeit der Wirtschaft deutlich abgeschwächt. Damit wirkt sich eine konjunkturelle Abkühlung insbesondere auf die Beschäftigung nicht mehr so gravierend aus, wie noch in vergangenen Schwächeperioden. Die Perspektive für den Arbeitsmarkt bleibt deshalb gut. 89 Prozent der Befragten planen mit der vorhandenen Personalstärke oder schaffen sogar noch zusätzliche Stellen.

 

Vorreiter beim Beschäftigungsaufbau ist die Industrie, die Ende 2011 thüringenweit eine neue Rekordmarke mit 136.000 Arbeitern und Angestellten erzielte. Laut Umfrage beabsichtigen auch künftig 15 Prozent der Manager eine Aufstockung des Personals. Basis dafür sind die nach wie vor gesunde Auftragslage und die gute Kapazitätsauslastung. Fast drei Viertel der Unternehmer kommen inzwischen an die Grenzen ihrer Produktionsmöglichkeiten. Dementsprechend positiv wird die Geschäftslage eingeschätzt. 43 Prozent geht es gut, 48 Prozent bewerten die Situation zumindest mit befriedigend.

Obwohl die optimistischen Urteile weiterhin überwiegen, sind die Unternehmer in ihren Einschätzungen doch vorsichtiger geworden. So dämpft die langsamere Gangart der Weltwirtschaft insbesondere die Zuversicht der exportorientierten Firmen. Ungeachtet dessen erwarten die Befragten keine drastischen Einbrüche. Immerhin rechnen 55 Prozent sogar mit einem Anstieg ihrer Auslandsgeschäfte oder zumindest einer Entwicklung auf dem derzeit hohen Niveau.

 

Daneben werden Hoffnungen auf eine Fortsetzung des positiven Trends vor allem durch die intakte Binnennachfrage gestützt. Viele Verbraucher spüren eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Dies schlägt sich zunehmend im Kaufverhalten nieder. Bei der Mehrzahl der Einzelhändler laufen die Geschäfte gut oder zumindest zufriedenstellend. Ein Drittel der Befragten verzeichnet wieder leichte Gewinne. Unsicherheit spiegelt sich aber beim Blick auf die kommenden Monate wider. Die Zahl der Skeptiker ist im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage deutlich auf 29 Prozent der Befragten gestiegen.

Das Baugewerbe profitiert von der milden Witterung und der zunehmenden Nachfrage im Wohnungsbau. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit, verbesserte Einkommenserwartungen und ein niedriges Zinsniveau haben für Schwung in diesem Segment gesorgt. 29 Prozent der Bauunternehmer berichten daher von einer guten, immerhin 47 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage. Dagegen macht sich bei den Zukunftsaussichten auch hier leichter Pessimismus breit. Jeder Vierte äußert sich etwas kritischer.

 

Auch die unternehmensnahen Dienstleister sprechen von einer guten Geschäftslage. Die Mehrzahl der Betriebe kann sich über gut gefüllte Auftragsbücher freuen und bewegt sich in der Gewinnzone. Dem allgemeinen Trend folgend befürchten aber 18 Prozent für die kommenden Monate eine ungünstigere Geschäftsentwicklung.

 

Zweifellos wird 2012 für die Thüringer Wirtschaft ein schwieriges Jahr. Das ist jedoch nichts Ungewöhnliches. Auch in vorangegangenen Konjunkturzyklen hat es immer wieder Phasen der wirtschaftlichen Abkühlung gegeben. Im Gegensatz dazu wurden jetzt aber Maßnahmen eingeleitet, die einen dramatischen Absturz verhindern sollten. Dies spüren auch die Unternehmer und gehen nur von einer kurzen Unterbrechung des Aufwärtstrends aus. Dafür sprechen nicht zuletzt die positiven Personalplanungen. Schon im nächsten Jahr könnte die Kurve wieder steil nach oben zeigen, dann sind gut ausgebildete Fachkräfte entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe.“

Ansprechpartner

Jana Pfalzgraf
Tel.: 0361 3484-217
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